ITF – Was ist das?

Ob Politiker, Presse oder Fahrgastverbände: Alle reden vom ITF und fordern eine flächendeckende Umsetzung des ITF in Deutschland. Doch schon bei genauerem Hinsehen wird es verwirrend: So wurde beispielsweise bei Stuttgart 21 und der Neubaustrecke Stuttgart-Ulm stets von Projektbefürwortern argumentiert, dass durch Stuttgart 21 ein ITF erst möglich wird. Projektgegner argumentieren jedoch, dass für einen ITF auf jeden Fall der Kopfbahnhof benötigt wird.

Offensichtlich scheint es verschiedene Ansichten zum ITF zu geben. Was ist also ein Integraler Taktfahrplan? Und gibt es “den” ITF?

Eines scheint jedoch sicher: Immer ist die Schweiz das Vorbild für einen Schienengebundenen Nah- und Fernverkehr. Der Bahnverkehr in der Schweiz kann beachtliche Erfolge vorweisen, genießt ein hohes Ansehen und wird daher gerne zitiert. Auch von mir. Trotzdem stellt sich die Frage, ob ein ITF für Deutschland überhaupt möglich ist.

Ich verfolge Bahn-Themen schon sehr lange. Dabei kam ich natürlich nicht an Themen wie Stuttgart 21 vorbei. Je mehr ich mich jedoch mit den Vor- und Nachteilen und den Alternativen dieses Großprojektes auseinandersetzte, desto mehr stellte sich mir die Frage, wie große Bahnprojekte bewertet werden können. Dabei meine ich keinesfalls eine finanzielle Beurteilung, denn diese ist für mich sicher nicht möglich.

Ich kam zum Schluss, dass der Fahrplan das zentrale Element zur Beurteilung ist, denn über den Fahrplan

– ist ein Fahrgast in der Lage seinen persönlichen Nutzen zu bewerten
– wird ein Bürger zum Fahrgast der Bahn
– bestimmt sich der Betriebsablauf, d.h. auch die Kapazität

Der Fahrplan steht also im Mittelpunkt der Überlegungen. Und das bekannteste grundlegende Fahrplankonzept ist der ITF. Es ist also an der Zeit sich genauer mit dem ITF zu befassen und zu prüfen wie sich der ITF auf Deutschland übertragen lässt.