Ein neuer Fahrplan

Auf den folgenden Seiten soll nun ein neuer Fahrplan für Stuttgart und Teile Baden-Württembergs entwickelt werden. Dabei soll vor allem anhand dem erarbeiteten Fahrplanmodell und den darin gewonnenen Erkenntnissen vorgegangen werden.

Infrastrukturelle Grundlage sind die Planungen für Stuttgart 21 und die Neubaustrecke Wendlingen-Ulm. Der Grund dafür ist einfach: Diese Baumaßnahmen sind am weitesten durchgeplant und folglich sind dafür am meisten belastbare Daten vorhanden. Gerade der bereits angesprochene Fahrplan für den Stresstest bietet eine gute Grundlage für erreichbare Fahrzeiten, im speziellen für die neue Verbindung Stuttgart-Ulm.

Für einen Fahrplan sind eben genau diese Fahrzeiten und Kapazitäten auf den Strecken von und nach Stuttgart entscheidend. Grundsätzlich könnte sich daher der vorgestellte Fahrplan im Prinzip auch für einen Kopfbahnhof oder eine andere beliebige Bahnhofslösung in Stuttgart eignen. Nur die Fahrzeiten und Kapazitäten müssen dann den hier angenommenen entsprechen.

Neben der Entwicklung eines Fahrplanes soll die Arbeit aber auch dazu dienen eventuell notwendige Erweiterungen an der Infrastruktur aufzuzeigen.

 

Folgende fahrplantechnische Ziele sollen mit dem neuen Fahrplan verfolgt werden:

  • Einer der zentralen Punkte des vorgestellten Fahrplanmodells ist, dass die Anschlüsse wichtiger sind, je weniger Verkehr an einem Knotenpunkt herrscht. In Stuttgart selbst sind gute Anschlüsse natürlich wichtig, schafft man es aber viele Linien im 30-min-Takt verkehren zu lassen ergeben sich ohnehin schon viele gute Umsteigeverbindungen. Dagegen fahren in Mannheim und Karlsruhe (abgesehen von den S-Bahnen) viele Regionallinien nur ein Mal pro Stunde. Der Anschluss ist hier also wichtiger als in Stuttgart. Deshalb wird großen Wert auf gute Anschlüsse in benachbarten Städten gelegt.
  • Die Anzahl der Zuggattungen soll reduziert und dann ein Netz mit wenig Linien geschaffen werden, diese aber dafür im dichten Takt verkehren.
  • Durchmesserlinien in Stuttgart sollen vor allem den Regionalverkehr bereichern. Damit folgt man einem Trend der in vielen Städten zu beobachten ist. So gibt es beispielsweise in Zürich kaum mehr Züge die am Hauptbahnhof enden oder beginnen.
    Daneben hat dies auch noch einen Grund im Taktverkehr: Kommt ein Zug kurz vor der Taktzeit im Bahnhof an, so ist die Wendezeit sehr kurz und dabei zwingt man noch alle Passagiere den Zug zu verlassen. Plant man die Zugwende an einem kleinen Regionalbahnhof hat man nicht nur den Luxus einer längeren Wendezeit, sondern meist auch noch weniger Passagiere.
  • Der Flughafen soll in den Fernverkehr eingebunden werden. Die Verknüpfung der Verkehrsträger ist ein wichtiges Ziel. Zudem bildet der Halt am Flughafen Stuttgart auch den Zugang zur Messe Stuttgart.
  • Ein schneller Regionalzug durch das Filstal soll die Städte dort mit guten Anschlüssen an Stuttgart und Ulm anbinden. Damit soll ein Ausgleich für die eventuell wegfallenden Fernverkehrsverbindungen geschaffen werden.
  • Alle Linien sollen mindestens im Stundentakt eingeplant werden, auch wenn die Infrastruktur außerhalb Stuttgarts noch nicht dafür geeignet ist.
  • Das heutige Angebot darf sich beogen auf die Anzahl der Züge pro Strecke nicht verschlechtern.

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