Beide Linien im 1h-Takt
Beide Linien im 30min-Takt
Linien treffen sich zeitgleich
Linien fahren zeitversetzt
Fahrplan Süd Lorem ispum dolor sit amet consectetuer adipiscing elit
Eckpunkt 1: Flexibilität am Knotenbahnhof Um    der    Komplexität    in    Deutschland    entgegenzuwirken    ist    es notwendig   die   Knotenstruktur,   die   Fahrzeiten   zwischen   den   Knoten und     die     Umsteigezeiten     flexibler     zu     gestalten.     Eine     flexible Gestaltung   kann   nur   bedeuten,   dass   sich   die   Züge   nicht   immer   zum gleichen    Zeitpunkt,    sondern    zeitlich    versetzt    im    Knotenbahnhof befinden. Die   Frage   ist   also   welcher   zeitliche   Abstand   zwischen   zwischen Zügen    verschiedener    Linien    geeignet    ist,    um    die    Umsteigezeit immer     noch     attraktiv     zu     halten.     Dieser     Zeitraum     muss     ein komfortables    Umsteigen    ermöglichen,    darf    aber    auch    nicht    zu inakzepteble Zeitverluste beim Umsteigen verursachen. Ein   Blick   auf   den   Fahrplan   am   Hauptbahnhof   Zürich   zeigt,   dass   dort eine   Standzeit   der   Züge   von   10   Minuten   keine   Seltenheit,   sondern eher   die   Regel   ist.   Einige   wenige   Züge   stehen   sogar   bis   zu   20 Minuten   am   Bahnsteig.   Wenn   diese   Standzeit   von   den   Fahrgästen akzeptiert    wird,    die    nicht    Umsteigen    müssen,    kann    auch    davon ausgegangen   werden,   dass   diese   Wartezeit   auch   als   Umsteigezeit akzeptiert wird. Zur   Festlegung   eines   geeigneten   Zeitraumes   hilft   auch   ein   Blick   auf den    öffentlichen    Nahverkehr:    In    Ballungsgebieten    verkehren    S- Bahnen    üblicherweise    in    einem    15-Minuten-Takt.    Dies    bedeutet, dass   ein   Fahrgast   im   ungünstigsten   Fall   15   Minuten   auf   einen   Zug einer   bestimmten   Linie   warten   muss   (Bei   zeitlich   beliebiger   Ankunft am   Bahnsteig).   Aus   dem   Erfolg   des   S-Bahn   Verkehrs   lässt   sich schließen,     dass     eine     Wartezeit     von     15     Minuten,     selbst     im Nahverkehr, noch akzeptabel ist. Im   Folgenden   soll   also   davon   ausgegangen   werden,   dass   für   den Fahrgast   eine   Umsteigezeit   von   ca.   15   Minuten   noch   akzeptabel   ist. 15   Minuten   sind   ein   Zeitraum   der   Fahrgästen   ein   komfortables   und stressfreies   Umsteigen   ermöglicht   und   zudem   noch   Zeit   für   kleine Besorgungen am Bahnhof lässt. Als     einfache     Modellbetrachtung     stelle     man     sich     nun     einen Knotenbahnhof   mit   zwei   sich   kreuzenden   Linien   vor.   Fahren   nun beide   Linien   in   einem   sehr   dünnen   Takt,   bspw.   nur   ein   Mal   pro Stunde   (oder   sogar   nur   ein   Mal   am Tag)   so   macht   es   sehr   viel Sinn, dass   die   Züge   sich   am   Bahnhof   treffen   da   sonst   die Wartezeit   auf den   nächsten   Zug   der   jeweils   anderen   Linie   sehr lang   werden   kann. Das    andere    Extrembeispiel    ist    ein    sehr    dichter    Takt    mit    einer Zugfolge    von    fünf    Minuten    oder    weniger.    Hierfür    ist    ist    kaum relevant   ob   sich   die   Züge   am   Bahnhof   treffen   oder   nicht.   Beim Umsteigen    auf    die    jeweils    andere    Linie    muss    man    sowieso    nie länger als 5 Minuten warten.
Einst war die Lokomotive für den Menschen ein Ungeheuer aus Stahl, doch was ist sie heute anderes als ein bescheidener Freund, der jeden Abend um sechs vorbeikommt? Antoine de Saint-Exupéry
Dieses   Beispiel   zeigt,   dass   eine   direkte   Verknüpfung   von   zwei Linien    wichtiger    ist    je    kleiner    die    Taktfrequenz     ist.    Bei    einer hohen   Taktfrequenz   ist   eine   zeitliche   Verknüpfung   der   Linien   dafür weniger wichtig. Welche   Taktfrequenz   ist   also   für   eine   Umsteigezeit   von   15   Minuten notwendig?     Die    Antwort     ist     einfach:     Ein     Halbstundentakt     ist ausreichend.   Fährt   bspw.   Linie A   jeweils   zu   den   Minuten   00   und   30, Linie   B   zu   den   Minuten   15   und   45   so   liegt   die   Umsteigezeit   immer bei 15 Minuten. Die   Vorteile   eines   zeitversetzen   Fahrens   der   Linien   liegt   aber   nicht nur   in   der   Flexibilität   der   Fahrplangestaltung.   Auch   die   notwendige größe   des   Bahnhofes   reduziert   sich.   So   bräuchte   man   in   genannten Modellbeispiel       bei       zeitgleichem       Treffen       der       Züge       4 Bahnsteigkanten,        beim        zeitversetzten        Treffen        nur        2 Bahnsteigkanten. Hinzu   kommt,   dass   die   Züge   der   einen   Linie   nicht   auf   potentiell verspätete   Züge   der   anderen   Linie   warten   müssen.   Dadurch   wirken sich Verspätungen nicht sofort auf das Gesamtnetz aus. In   der   praktischen   Umsetzung   bedeutet   dies,   dass   möglichst   viele Linien    in    einem    30-Minuten-Takt    verkehren    müssen.    Wird    dies umgesetzt,   so   kann   auch   der   Taktknoten   flexibler   gestaltet   werden. Dies   wird   vor   allem   dort   möglich   sein   wo   viel   Verkehr   herrscht,   als meist   in   großen   Städten.   Je   geringer   der   Verkehr   ist,   also   eher   in dünn   besiedelten   Gebieten,   desto   mehr   müssen   die   Linien   direkt verknüpft werden.
11.06.2017