Beispiel eines einfachen Netzmodells mit Knoten, Strecken und Linien
Fahrplan Süd Lorem ispum dolor sit amet consectetuer adipiscing elit
Umsetzung des ITF Die    Betriebliche    Umsetzung    eines    Integralen   Taktfahrplans    folgt folgendem Konzept: Das    Gesamtnetz    besteht    aus    Knoten    (auch    Taktknoten    oder Umsteigepunkte    genannt)    und    Strecken.    Die    Strecken    können dabei   zwischen   Knoten   liegen,   aber   auch   nur   eine   Verbindung   zu einem   Knoten   herstellen.   Mehrere   Zuggattungen   bilden   ein   Netz aus   Linien,   wobei   eine   Linie   mehrere   verschiedene   Strecken   und Knoten    nutzt.    Gleichzeitig    werden    Strecken    und    Knoten    von mehreren Linien genutzt. Die   erste   Bedingung   für   einen   ITF   ist,   dass   die   Fahrzeit   zwischen Knoten   immer   ein   Vielfaches   der   halben   Taktzeit    betragen   muss. Dies    bedeutet    beispielsweise    bei    einem    60    Minuten    Takt    ein Vielfaches   von   30   Minuten   oder   bei   einer   Taktzeit   von   30   Minuten ein   Vielfaches   von   15   Minuten.   Dies   ist   notwendig   damit   sich   bei der   gleichen   Fahrzeit   in   beiden   Richtungen   Zug   und   Gegenzug immer    in    einem    Knoten    treffen.    Man    spricht    dann    von    der Fahrplansymmetrie.    Hierbei    ist    zu    beachten,    dass    die    reale Fahrzeit   immer   kürzer   sein   muss   als   die   theoretische   Fahrzeit,   da noch   Halte-,   Umsteige-   und   Pufferzeiten   im   realen   Betriebsablauf berücksichtigt     werden     müssen.     Man     spricht     dann     von     der sogenanten Kantenzeit . Diese   Bedingung   ist   aber   nur   ausreichend   für   die   Knoten   entlang einer   Linie.   Für   ein   Komplexes   ITF-System   ist   noch   eine   weitere Bedingung notwendig:  Die    Fahrzeit    zwischen    zwei    Knoten    muss    die    Differenz    der Knotenzeiten plus ein vielfaches der Taktzeit  betragen. Unten   stehendes   Beispiel   zeigt   ein   einfaches   Modell   in   dem   die grüne   Linie   die   Knoten   A,   B   und   C   durchquert.   Die   grüne   Linie verkehrt   stündlich   und   die   Fahrzeit   zwischen   A,   B   und   C   beträgt jeweils   30   Minuten.   Dann   können A   und   C   jeweils   einen   Knoten   zur Minute 00 bilden und B wäre dann ein Knoten zur Minute 30. Die   blaue   Linie   fährt   in   Knoten   C   ebenfalls   zur   Minute   00.   Die Fahrzeit   zum   Knoten   D   beträgt   ebenfalls   30   Minuten.   Dadurch   wird D ein Knoten zur Minute 30. Kommt   nun   eine   rote   Linie   hinzu   die   ebenfalls   stündlich   fährt   so muss   die   Fahrzeit   zwischen A   und   D   also   30   +   (n   *   60),   also   30,   90, etc. Minuten betragen um beide Knoten zu bedienen. Beträgt   die   Fahrzeit   zwischen A   und   D   aber   tatsächlich   60   Minuten so   werden   die   Anschlüsse   an   einem   Knoten   verpasst.   Um   den   ITF strikt   einzuhalten   müsste   man   die   Fahrzeit   anpassen   (entweder langsamer   oder   schneller   fahren)   oder   die   Taktzeit   der   roten   Linie zu einem 30-Minuten-Takt verdichten.  
Einst war die Lokomotive für den Menschen ein Ungeheuer aus Stahl, doch was ist sie heute anderes als ein bescheidener Freund, der jeden Abend um sechs vorbeikommt? Antoine de Saint-Exupéry
Aus     diesem     Beispiel     wird     ersichtlich.     dass     sich     notwendige Anpassungen   von   Strecken   aus   der   für   eine   Strecke   vorgesehenen Fahrzeit   ergeben.   Eine   Anpassung   der   Fahrzeit   kann   aber   auch durch   weglassen   oder   hinzufügen   von   Halten   erfolgen.   Alternativ kann    eine    Fahrzeitverkürzung    auch    durch    anderes    Rollmaterial (beispielsweise   Fahrzeuge   mit   besserem   Beschleunigungsverhalten oder Neigetechnik) erreicht werden.  Neben   den   Strecken   müssen   auch   die   Knotenbahnhöfe   für   den ITF    angepasst    werden.    Dies    betrifft    einerseits    die    Anzahl    der Bahnsteigkanten    die    benötigt    wird,    um    alle    Züge    die    sich    zur Umsteigezeit   im   Bahnhof   befinden,   aufzunehmen.   Pro   einer   durch den   Knoten   führenden   Linie   werden   zwei   Bahnsteigkanten   benötigt. Endet    eine    Linie    im    Knoten    so    wird    gegebenenfalls    nur    eine Bahnsteigkante   benötigt   da   der   Zug   im   Knotenbahnhof   zur   Taktzeit wenden kann. Zudem    wird    eine    genügende    Anzahl    von    Zulaufstrecken    zum Knotenbahnhof   benötigt.   Dies   betrifft   vor   allem   Streckenabschnitte in    direkter    Umgebung    vom    Bahnhof,    da    im    Bahnhofszulauf    oft mehrere   Strecken   den   gleichen   Gleiskörper   benutzen.   Im   Idealfall     steht    pro    Linie    und    Richtung    eine    Zulaufstrecke    zur    Verfügung. Reduziert   sich   die Anzahl   der   Zulaufstrecken,   müssen   sich   Züge   ein Gleis   teilen,   d.h.   nacheinander   das   Gleis   befahren.   Da   dies   einen zeitlichen   Abstand   benötigt,   müssen   anschließend   die   Züge   länger im   Knotenbahnhof   stehen   damit   ein   Umsteigen   auf   jeden   anderen Zug    ermöglicht    wird.    Zusätzlich    ist    zu    bedenken,    dass    sich    die Zulaufstrecken     teilweise     höhenfrei     Kreuzen     müssen     um     ein gleichzeitiges Ein- und Ausfahren der Züge zu ermöglichen. Bei   der   Anzahl   der   benötigten   Zulaufstrecken   ist   zu   beachten,   dass der    sogenannte    Gleiswechselbetrieb    zur    Anwendung    kommen kann.   Dies   bedeutet,   dass   Züge   die   zum   Bahnhof   führenden   Gleise in    beiden    Richtungen    befahren.    Beim    Integralen   Taktfahrplan    ist dies   einfach   zu   planen,   da   vor   der   Taktzeit   nur   Züge   zum   Bahnhof fahren,   und   nach   der   Taktzeit   die   Züge   wieder   vom   Bahnhof   weg fahren.   Problematisch   wird   dies   allerdings   wenn   ein   Zug   Verspätung hat   und   dann   eine   Strecke   nicht   befahren   kann   weil   diese   gerade   in der anderen Fahrtrichtung belegt ist. Über der Vorteile des ITF lesen Sie auf der nächsten Seite.
11.06.2017