In München gibt es im Zusammenhang mit dem Bau des neues Innenstadttunnels die Idee Express-S-Bahnen einzuführen. Der Grundgedanke ist, dass die Fahrt mit der S-Bahn von und in die Außenbezirke aufgrund der langen Fahrzeit mit der S-Bahn unattraktiv ist. Eine Express-S-Bahn bietet die Möglichkeit in den Außenbezirken an jeder Haltestelle zuzusteigen, im Innenstadtbereich stoppt der Zug aber nur noch an wichtigen Stationen. Dadurch werden die Fahrzeiten aus und in die Außenbezirke wesentlich verkürzt und das Bahn-Angebot attraktiver.

Das Netz teilt sich also in ein “Lokalnetz” und ein “Expressnetz”. Grundsätzlich werden die gleichen Linien verwendet. Die “Lokallinien” fahren nur noch im inneren Netz und halten dort an jeder Station. Die Express-S-Bahn ergänzt dieses Netz. Wichtig sind gute Umsteigeverbindungen an den Grenzen des Lokalnetzes zum Expressnetz. An den Stationen in den Innenstadtbereichen muss nicht auf die Umsteigezeiten geachtet werden da hier sowieso ein dichter Takt durch die Überlagerung von mehreren Linien besteht.

Nun gibt es auch in anderen Städten oft den Wunsch das S-Bahn-Netz zu Erweitern. Als Beispiel soll hier die Filstalbahn zwischen Plochingen und Geislingen/Steige dienen. Die S1 der Stuttgarter S-Bahn könnte hier in das Filstal verlängert werden. Dies hat aber nicht nur den Nachteil der langen Fahrzeit von und bis Stuttgart, sondern hat auch hohe Kosten zur Folge: Nicht nur die S-Bahn-Fahrzeige für diese Strecke müssen beschafft werden, sondern auch die Bahnstiege müssen auf die richtige Höhe angepasst werden. Dagegen gibt es jetzt schon vorhandenes Rollmaterial welches zu den vorhandenen Bahnsteigen passt.

 

Und so könnten im Takt verkehrende RB-Züge im Filstal an jeder Station halten und ab Plochingen dann im “Eiltempo” bis Stuttgart fahren. Andere S-Bahn-Linien können so ebenfalls ohne großen Aufwand verlängert werden und so ein gesamtes Express-S-Bahn-Netz auf Basis von Regionalbahnen bilden.

Grundsätzlich gibt es die meisten dieser Verbindungen heute schon. Neu wären vor allem ein Taktmäßiger Verkehr (mindestens alle 30 Minuten) und eine Verbindung der Streckenäste zu Durchmesserlinien.

 

Metropol-Express in der Region Stuttgart

Mittlerweile gibt es recht konkrete Planungen in der Region Stuttgart „Metropol-Express“-Züge einzurichten die mehr oder weniger dem hier vorgestellten Konzept entsprechen. Dass man auch an anderer Stelle auf diese Idee kommt, zeigt letztendlich nur, dass dieses Konzept richtig ist und Zukunft hat.

Dabei würde ich in keinster Weise behaupten, der Erfinder dieses Konzeptes zu sein. Allerdings hat man solche Züge auch nicht in Stuttgart erfunden: Neben einer potentiellen Express-S-Bahn in München fahren in Berlin schon lange RE- und RB-Züge durch das mit S-Bahnen bediente Gebiet. Und schließlich teilt sich das Netz der New-Yorker U-Bahn schon sehr lange in Lokale und Express-Linien.

Trotzdem stelle sich die Frage: Muss man für eine Express-S-Bahn wirklich eine neue Zuggattung einführen die es dann eventuell nur in einer Region gibt? Das sorgt beim Fahrgast nur für Verwirrung. Die vorhandenen Zuggattung RB reicht völlig aus.