IC Zürich-München auf dem Inseldamm Lindau

Jeder der in Region Bodensee wohnt, arbeitet oder auch schon einmal Urlaub gemacht hat kennt das Problem: Die verkehrstechnische Anbindung an Deutschland und die Nachbarländer Schweiz und Österreich ist für eine wirtschaftlich und touristisch bedeutende Region absolut unzureichend.

Der Bodenseekreis ist einer der wenigen Landkreis in Deutschland ohne Autobahnanschluss und die vorhandenen Straßen sind überlastet1. Das tägliche Bild sind Staus auf den Straßen, und das vor Allem in den Sommermonaten und an Messetagen. Das soll sich ändern, denn auf der Ost-West-Achse ist geplant die B31 schrittweise auszubauen und damit die verbleibenden Ortsdurchfahrten vom Durchgangsverkehr zu entlasten. Auch die B30 zwischen Friedrichshafen und Ravensburg soll irgendwann auf einer neuen Trasse vierspurig gebaut werden. Doch die teuren Ausbaumaßnahmen werden vor Allem denjenigen nützen die hier nur durchfahren wollen. Am Wenigsten bringen solche Maßnahmen noch für die Menschen die hier wohnen.

Mit jedem neu gebauten Abschnitt werden die Stauschwerpunkte und Verkehrsbelastungen nur verlagert, aber nicht beseitigt. Am Ende wird man immer nur auf den neuen Stauschwerpunkt reagieren. Ein Straßenbau dieser Art ist ein Fass ohne Boden, denn es wird immer wieder eine neue Stelle geben die überlastet ist, wo man dann eine neue oder noch breitere Straße braucht. Hinzu kommt, dass gut ausgebauten Straßen mehr überregionalen Verkehr anziehen und damit zu einer Zunahme des Verkehrs und der Belastung für Umwelt und Anwohner führen. Nicht umsonst heißt es in der Verkehrsplanung: Wer Straßen sät, wird Verkehr ernten.

Wirklich Problematisch dabei ist, dass der Schienenverkehr (abgesehen von wenigen Ausnahmen) kaum eine brauchbare Alternative bildet. Gerade einmal eine tägliche IC-Verbindung und meist zu seltene oder unregelmäßige Verbindungen und schlechte Anschlüsse machen den Bahnverkehr nicht gerade attraktiv. Dabei richtet sich das existierende Schienennetz an den Hauptverkehrsachsen aus und wäre daher prädestiniert dafür einen großen Teil der Verkehrsbelastung aufzunehmen und für die Menschen die in der Region leben eine echte Verbesserung zu bringen. Leider wird in der Region die Bahn als umweltfreundliches Verkehrsmittel seit Jahrzehnten vernachlässigt und bietet daher, trotz Bemühungen und durchaus bemerkenswerten auch Erfolgen, kaum eine Alternative für einen großen Teil der Bevölkerung.

Doch alleine mit Einzelmaßnahmen wie der Elektrifizierung der Südbahn ist es nicht getan. Wie ein Fahrplan für die Region aussehen kann lesen Sie hier.

1 Regierungspräsidium Tübingen, „B31 im Dialog“, b31.verkehr-bodenseeraum.de, abgerufen am 12.06.2016